Nature and more strives to continually increase transparency, mutual awareness and shared responsibility of all stakeholders in the food supply chain with regards to food quality, ecology and social justice.

 
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Alles über “Was unser Essen wirklich kostet"

Die Übernutzung der Böden, die Verschmutzung der Gewässer, der Verlust an Artenvielfalt und die Auswirkungen auf das Klima verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Fakt ist: Würden die Preise für unsere Lebensmittel der Wahrheit entsprechen, würden konventionelle wesentlich mehr kosten als Bio-Lebensmittel. 
Doch wie hoch ist der Unterschied wirklich? Welche ökologische und soziale Kosten schieben wir tatsächlich auf die nachfolgenden Generationen, auf unsere Kinder und Enkelkinder ab? Die Nachhaltigkeitsblume von Nature & More zeigt es Dir auf einen Blick!

Alles über “Was unser Essen wirklich kostet"

Schau dir unsere FAQ’s an!

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Wir haben eine Liste mit häufig gestellten Fragen (und den Antworten darauf!) zusammengestellt. Du findest sie hier.

Warum wir uns billig nicht mehr leisten können

Warum wir uns billig nicht mehr leisten können

Unsere Lebensmittel stecken – so, wie sie heutzutage hergestellt werden –  voller versteckter Kosten. Für unser Miteinander, für unsere Umwelt und für jeden Einzelnen von uns. Denken Sie beispielsweise an Schadstoffemissionen, Abwasser, den Einsatz von Pestiziden, Lohndumping oder die Folgekosten für unser Gesundheitssystem durch die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten. Diese versteckten Kosten sind inzwischen so enorm, dass sie die vermeintlich „kleinen Preise“ unserer Lebensmittel schnell verblassen lassen.

Ersten Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge belaufen sich die Kosten von Umweltschäden, verursacht durch die Agrarindustrie, auf weltweit 2100 Milliarden Dollar. Die Schäden im Bereich Soziales sind noch höher: 2700 Milliarden Dollar. Auf diese Weise kommen 4800 Milliarden (4,8 Billionen) US-Dollars an externen Kosten zusammen, die nicht in die Lebensmittelpreise eingerechnet sind.

Wenn Sie an der Supermarktkasse Ihre Einkäufe bezahlen, werden Ihnen diese Kosten, die Ihre Waren bei der Herstellung verursacht haben und noch verursachen werden, in aller Regel nicht in Rechnung gestellt. Wohl aber Ihren Kindern und den künftigen Generationen. Und auch Sie zahlen letztendlich für die billigen Lebensmittel drauf – nicht im Discounter, wohl aber als Steuerzahler und über die steigende Beiträge für Krankenversicherung und Wohnnebenkosten.

Dies ist das Ergebnis einer Industrieform von Landwirtschaft, die sich von ihrer eigentlichen Aufgabe – der Herstellung hochwertiger Lebensmittel – zur reinen Finanzprodukten pervertiert hat. Je weniger Verantwortung ein (landwirtschaftliches) Unternehmen für Mensch und Umwelt übernimmt, je gedankenloser es mit den Ressourcen umgeht und je weniger nachhaltig es wirtschaftet, umso größer der scheinbare „Gewinn“, den es abwirft. So die aktuell geltende Definition.

Wahre Kosten brauchen wahrhaftige Preise

Wahre Kosten brauchen wahrhaftige Preise

Wir sind auf dem Weg hin zu einer neuen Bewertung von „Gewinn“, die Menschen und Umwelt nicht Außen vor lässt, sondern mit einschließt – und das, was unterm Strich dabei herauskommt, für jeden sichtbar macht. Den sozialen und ökologischen „Fußabdruck“, den unsere Lebensmittel und deren Produktion hinterlassen, übersetzen wir in ungeschönte Preisetiketten. So sehen Sie bereits im Laden, welche Auswirkungen „Ihr“ Produkt auf die verschiedenen Bereichen (wie Klima, Wasser, Boden, Soziales) hat. Außerdem können Sie verschiedene Anbaumethoden wie konventionelle und biologische Landwirtschaft direkt miteinander vergleichen – und der Gegenüberstellung Konsequenzen folgen lassen. Entscheiden Sie sich bewusst für das Produkt mit dem meisten Mehr-Wert und stimulieren so die Art von Nahrungsmittelproduktion, die einen positiven Einfluss auf uns und unsere Mitwelt hat.

Nature & More ist damit der erste Marktteilnehmer, der die Vollkostenrechnung am Verkaufsort offenlegt und für Verbraucher zugänglich macht. Das tun wir in Zusammenarbeit mit der FAO, die 2014 das erste komplette Rechenmodell für die Voll- bzw. Gesamtkostenrechnung vorlegte. Basierend auf diesem Modell starten wir einen Pilotversuch, bei dem wir die echten Kosten von biologisch erzeugten Trauben, Zitronen, Apfelsinen, Äpfeln, Birnen und Tomaten auflisten – und den Kosten ihrer konventionell erzeugten Äquivalente gegenüberstellen. 

Wie Nature & More die wahren Lebensmittel-Preise berechnet

Wie Nature & More die wahren Lebensmittel-Preise berechnet

Das Full Cost Accounting Project (2014) der FAO dient als Modell für die „Was unser Essen wirklich kostet“-Kampagne. 2014 veröffentlichte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) den Bericht Food wastage footprint: full cost accounting (dt.: Footprint der Lebensmittelverschwendung: Vollkostenrechnung). Der Bericht ist das Ergebnis des Full Cost Accounting Project (FCA) von Nadia El-Hage Scialabba (Senior Officer für Umwelt und Nachhaltige Entwicklung in der Abteilung Klima, Energie und Landbesitz der FAO), die damit ein Modell geschaffen hat, um die externen Kosten der Lebensmittelproduktion zu berechnen. Die Arbeiten an diesem Projekt dauert noch an, die Zwischenergebnisse werden also kontinuierlich verfeinert.

In die Berechnungen der FAO fließen dabei nicht nur der Wert der Lebensmittel ein, die später auf dem Müll landen, sondern auch die ökologischen und sozialen Kosten, die bei der Produktion von Lebensmitteln anfallen. Der Bericht stellt fest, dass auf die wirtschaftlichen Produktionskosten von rund einer Billion US-Dollar jedes Jahr ökologische und soziale Kosten von jeweils 700 und 900 Billionen US-Dollar hinzukommen.

So konnte eine konkrete Kostenrechnung für natürliche Ressourcen entwickelt werden, die die Faktoren Zerstörung des Ökosystems, Gesundheit und Lebensgrundlage einbezieht und auf die Nahrungsmittel- und Agrarindustrie anwendbar ist. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass ungefähr ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel auf dem Müll landet, umfassen die geschätzten ökologischen Kosten, die durch Umweltzerstörung anfallen, rund 2100 Mrd. US-Dollars. Bei den sozialen Kosten ist sogar von rund 2700 Mrd. US-Dollars zusätzlich auszugehen. Zusammen macht das 4,8 Billionen US-Dollars an versteckten Kosten.

Dabei ist anzumerken, dass, da das Verhältnis zwischen konsumierten und weggeworfenen Lebensmittel je nach Produktgruppe stark schwankt, die Extrapolation der globalen Kosten für Abfall zu den globalen Kosten für die Lebensmittelproduktion also nur eine Schätzung sein kann. Die von der FAO erst kürzlich veröffentlichte Studie "Natural Capital Impacts in Agriculture" (dt.: Auswirkungen des Naturalkapitals auf die Landwirtschaft) bestätigt jedoch die Einschätzung der Umweltschäden: Sie schätzt die ökologischen Kosten der globalen Landwirtschaft jährlich auf mehr als 2330 Mrd. US-Dollars.

Nature & More verwendet nun das entwickelte Modell der Vollkostenrechnung, um die Kosten von Bio-Obst und -Gemüse mit ihren konventionellen Gegenstücken zu vergleichen. Die Nachhaltigkeitsblume von Nature & More zeigt übersichtlich auf einen Blick, welchen Preis Sie beim Einkauf wirklich zahlen. Die Berechnungen wurden unabhängig von der Soil & More Foundation durchgeführt.

Da die Vollkostenrechnung sich noch in der Entwicklungsphase befindet, sind viele positive Faktoren der nachhaltigen Landwirtschaft noch nicht im FAO-Modell enthalten. Daher geht Nature & More davon aus, dass die Preisunterschiede zwischen konventionellem und ökologischem Anbau in Wahrheit sogar noch größer sein dürften.

Referenzen:

 

Erläuterungen zum Rechenmodell

Erläuterungen zum Rechenmodell

Lesen Sie hier, wie die Zahlen bzw. Kosten in unserer Nachhaltigkeitsblume zu Stande kommen. Gestützt haben wir unsere Berechnungen auf die FAO-Studien „Food wastage footprint: Full cost accounting, final report” (2014) und “Natural Capital Impacts in Agriculture“ (2015).

1: DIE ZAHLEN, DIE WIR ZEIGEN   

Klima
Im Berechnungsmodell der FAO bestehen die versteckten Kosten des Klimawandels als Folge der Nahrungsmittelproduktion aus zwei Komponenten: die von uns allen zu tragenden Kosten der Treibhausgasemissionen und die Kosten der Ammoniakemissionen. Die FAO gibt einen festen Kostenbetrag pro Tonne CO2 an, einen globalen Durchschnittswert also. Für die Kosten der Ammoniakemissionen nennt die FAO einen festen Betrag pro Hektar, ebenfalls ein globaler Durchschnittswert unabhängig von Produkt oder Standort. Die Treibhausgas-Emissionen (auch CO2-Fußabdruck genannt) haben wir von der Soil & More Foundation pro Produkt und pro Betrieb für den biologischen Anbau ermitteln lassen. Für den Vergleich mit Produkten aus konventionellem Anbau wurden Zahlen von vergleichbaren Betrieben aus der gleichen Region verwendet.

Wasser
Um die versteckten Kosten an verbrauchtem Wasser in der Nahrungsmittelproduktion abzubilden, bezieht die FAO verschiedene Faktoren mit ein: die Eutrophierung von Wasser durch Stickstoff und Phosphor und im Zusammenhang damit Kosten für die Trinkwasseraufbereitung durch Reinigung von Stickstoff und Phosphor, Kosten im Zusammenhang mit Wassernutzung und Kosten im Zusammenhang mit Wasserknappheit.
Versteckte Kosten der Wassernutzung sind Kosten, die im Rahmen der Infrastruktur und der Distribution von Wasser entstehen, die großteils durch staatliche Subventionen abgedeckt werden.
Die FAO nennt uns hier einen festen Betrag pro Kubikmeter Wasser, also einen globalen Durchschnittswert.
Der Wasserfußabdruck, der das verbrauchte und/oder verschmutzte Wasser bemisst, wurden von der Soil & More Foundation pro Produkt und pro Betrieb für den biologischen Anbau ermittelt. Dabei wurde sowohl „grünes“, „blaues“ und „graues“ Wasser berücksichtigt. Grün steht dabei für den Anteil des Regenwassers, das die Pflanzen aus dem Boden saugen und verdunsten. Blau ist all das Wasser, das aus Seen und Flüssen oder dem Grundwasser für die Bewässerung entnommen wird. Der graue Wasserfußabdruck wiederum bemisst Wasser, das im Produktionsprozess verschmutzt wird, etwa durch den Eintrag von Pestiziden. Berechnet wird dafür jenes Wasservolumen, das nötig wäre, um Schadstoffe soweit zu verdünnen, dass die Belastung wieder unterhalb üblicher Grenzwerte für Trinkwasser liegt.
Die Vergleichszahlen stammen aus vergleichbaren, jedoch konventionell arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben in der selben Region.
Für Nitrat, Phosphor, Stickstoff und Pestizide nennt die FAO feste globale Richtwerte pro Hektar, unabhängig von Produkt oder Lage.
Die Kosten im Zusammenhang mit Wasserknappheit gelten pro Kubikmeter Wasser und sind ein variabler Kennwert, der sich von Land zu Land unterscheidet. Weil diese Kennwerte noch nicht für alle (Anbau-)Länder weltweit bekannt sind, sind diese Kosten noch nicht in die Wasserbilanz unserer Nature & More-Biobauern eingeflossen. Würde man die Kosten im Zusammenhang mit Wasserknappheit jedoch addieren, würde der Unterschied zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft wesentlich deutlicher ausfallen.

Boden
Im Rechenmodell der FAO stehen die versteckten Kosten für den Bodenabtrag, die sich aus der Nahrungsmittelproduktion ergeben, mit zwei Faktoren im Zusammenhang: durch Wassererosion und durch Winderosion verursachte Kosten. Die FAO stellt hier feste Zahlen pro Tonne von Wind bzw. Wasser erodiertem Boden zur Verfügung.
Die Soil & More Foundation hat den Nettobetrag der Bodenerosion per Produkt und Erzeuger im Bio-Anbau berechnet, während die Vergleichszahlen aus vergleichbaren, jedoch konventionell arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben in der selben Region kommen.
Das FAO-Rechenmodell bildet aber längst nicht alle versteckten Kosten, die der Verlust an fruchtbarem Boden verursacht, ab. So fehlen beispielsweise Kosten im Zusammenhang mit  Bodenverschlechterung und Bodenverdichtung, Kosten im Zusammenhang mit dem Verlust von Bodenleben und Artenvielfalt im Boden sowie die Kosten einer erhöhten Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen als Folge degradierter Böden. Würden diese Kosten addiert werden, würde der Unterschied zwischen ökologischer und konventioneller wesentlich deutlicher ausfallen.


2: DIE ZAHLEN, DIE NOCH FEHLEN

Bisher weist unsere Nachhaltigkeitsblume noch Leerstellen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Artenvielfalt auf. Denn hier stellt das Rechenmodell der FAO noch nicht genügend Parameter und Werkzeuge zur Verfügung. Viele Kostenfaktoren, die für den Bio-Anbau relevant sind, finden sich in den bisher sehr allgemein gehaltenen Aussagen der FAO nicht wieder. An dieser Stelle geben wir Ihnen einen Überblick, was das FAO-Rechenmodell in den Kategorien Soziales, Gesundheit und Artenvielfalt beinhaltet – und was nicht. Wir hoffen, die bisher noch fehlenden Berechnungen für unsere Produkte und Biobauern baldmöglichst nachreichen zu können.

Soziales
Das FAO-Rechenmodell für die versteckten sozialen Belastungen als Folge der Nahrungsmittelproduktion beinhaltet die folgenden Faktoren: Kosten als Folge sozialer Konflikte und Kosten im Zusammenhang mit dem Verlust der Existenzgrundlage. Für die von sozialen Konflikten verursachten Kosten nennt die FAO einen festen Betrag pro Tonne wasserverursachter Bodenerosion pro Person und Jahr.
Für die Kosten im Zusammenhang mit dem Existenzverlust liefert die FAO wiederum zwei Zahlen: eine für OECD-Länder und eine für Nicht-OECD-Ländern; beide sind fester Beträge pro Tonne wasserverursachter Bodenerosion pro Person und Jahr.
Die Kostenanalyse der FAO ermittelt den Verlust von Lebensraum also lediglich anhand der Wassererosion.
Der Verlust an Lebensraum, der nicht durch Bodenerosion verursacht wurde, wird im FAO-Modell nicht berücksichtigt. Ebenso wenig der Einfluss kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit in Unternehmen, zum Beispiel die Behandlung von Mitarbeitern, Bildungsprogramme, Gewinnausschüttung, die Haltung gegenüber Frauen und Minderheiten etc.
Die Kosten für gerechte Löhne bzw. gesellschaftliche Kosten für Menschen, die nicht von ihrer Arbeit leben können, tauchen ebenfalls nicht in der FAO-Kalkulation auf. Auch nicht der Mehrwert einer lebenswerten Landschaft für unsere Gesellschaft.

Gesundheit
Im Berechnungsmodell der FAO bestehen die versteckten gesundheitlichen Kosten als Folge der Nahrungsmittelproduktion aus zwei Komponenten: den medizinischen Kosten als direkte Folge von Vergiftungen durch Pestizide, und die Kosten des dauerhaften Verlusts an Lebensqualität in Folge von Umweltverschmutzungen – auf Produktionsseite in beiden Fällen. Die FAO gibt hier einen festen Betrag pro Hektar für beide Kosten-Komponenten an, unabhängig von Produkt oder Standort, ein weltweiter Durchschnitt also. Der tatsächliche individuelle Einsatz von Pestiziden durch den Erzeuger fließt nicht in die Rechnung mit ein.
Auch gibt es noch andere Kosten- und Nutzenfaktoren, die das FAO-Modell nicht berücksichtigt: vor allen Dingen die gesundheitlichen Schäden (oder auch der gesundheitliche Nutzen) auf Verbraucher-Seite, z.B. durch Pestizidrückstände wie Glyphosat in den Nahrungsmitteln, oder auch die bisher nicht vollständig bekannten Effekte von unausgewogenen Nährstoffgehalten, genetisch veränderten Organismen oder Zusätzen wie Farb- und Süßstoffe.

Artenvielfalt
Die versteckten Kosten des Verlusts an biologischer Vielfalt führt das Berechnungsmodell der FAO auf drei Ursachen zurück: die Auswaschung von Phosphor und Stickstoff sowie die Verwendung von Pestiziden. Für diese drei „Verursacher“ nennt die FAO einen festen Betrag pro Hektar, unabhängig von Produkt oder Standort, ein globaler Durchschnitt also.
Darüber hinaus gibt es viele weitere Kosten- und Nutzenfaktoren, die das FAO-Modell nicht berücksichtigt: etwa die Existenz von Ackerrandstreifen entlang landwirtschaftlicher Flächen, Blumenbeete zwischen Gewächshäusern, naturbelassene und begrünte Bereiche auf oder im Umfeld von Bauernhöfen, Fruchtfolge und Mischkulturen, (natürliche) Unkrautbekämpfung, keine Direktsaattechnik etc. 


Die Arbeit an diesem Rechenmodell ist ein fortlaufender Prozess. Wir hoffen, die ersten Ergebnisse in den Bereichen Lebensraum, Gesundheit und biologische Vielfalt im Laufe des Jahres 2016 nachreichen zu können.

Schau dir das Video an!

Wir sagen’s durch die Blume

Wir sagen’s durch die Blume

Die „Nachhaltigkeitsblume“, die wir bereits seit Jahren in unserer Nachhaltigkeitskommunikation nutzen, lässt nun auch auf einem Blick erkennen, welchen Kosten bzw. Nutzen „Ihr“ Produkt in sechs verschiedenen Bereichen generiert. Die Rechnung basiert auf dem Rechenmodell der FAO, die Zahlen beziehen sich auf Hektar pro Jahr. So können Sie sich bewusst für das Produkt mit dem meisten Mehr-Wert für uns und unsere Mitwelt entscheiden. Hier können Sie die Nachhaltigkeitsblume für 8 verschiedene Nature & More-Produkte ansehen.

Was sind die sechs verschiedenen Bereiche von Nachhaltigkeit? Schauen Sie mal hier:

1) Klimakosten

1) Klimakosten

Dieser Bereich trägt sowohl den ökologischen als auch den sozialen Auswirkungen des Klimawandels Rechnung. Der größte Kostenfaktor sind die Treibhausgasemissionen, die als Folge intensiver Bodendüngung, Bodenbearbeitung und Rodung frei werden bzw. nicht mehr gebunden werden können. Erlöse hingegen erwirtschaften biologische Anbauverfahren, da sie Humusaufbau betreiben – dadurch wird Kohlendioxid, das wichtigste Treibhausgas, im Boden gebunden und somit die Atmosphäre entlastet. Öko-Landwirte verzichten außerdem auf die Verwendung von energieaufwendig hergestellten Stickstoffdüngern und bauen stattdessen Leguminosen an, die Luftstickstoff binden und den Pflanzen verfügbar machen. Auch auf diese Weise spart die ökologische Landwirtschaft CO2 ein.

2) Bodenkosten

2) Bodenkosten

Kosten im Bereich Boden entstehen, wenn wir fruchtbare Erde durch Überdüngung, Überweidung und Erosion verlieren. Boden, der nicht nachhaltig bewirtschaftet wird, ist nachweislich viel anfälliger für Abtragungen durch Wind und Wasser. 

Durch den Einsatz bondenfreundlicher Bearbeitungstechniken und natürlicher Dünger bauen Bio-Landwirte die Humus-Schicht auf und fördern das Bodenleben. Das erhöht nicht nur die Pflanzenabwehrkräfte gegenüber Krankheiten und Schädlingen, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Anbauflächen gegenüber Erosion – und ist bares Geld wert in der Vollkostenrechnung! 

3) Wasserkosten

3) Wasserkosten

Wasserverschmutzung und Wasserknappheit sind ausschlaggebend für die Kosten, die in diesem Bereich entstehen. Einen Großteil der Kosten verursachen Rückstände aus der industriellen Landwirtschaft, die sich beispielsweise in zu hohen Nitrat- und Pestizidwerten in Gewässern und im Trinkwasser niederschlagen. Wasserknappheit führt zu wirtschaftlichen Einbußen und dem Verlust von Lebensraum. 

Hier punktet die biologische Landwirtschaft, da sie insgesamt weniger Wasser verbraucht und Vorteile entstehen hier dadurch, dass der Wasserverbrauch in der  biologische Landwirtschaft geringer und das Abwasser weniger stark belastet ist. Denn Bio-Bauern verzichten auf den Einsatz chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ökologisch bewirtschaftete Böden verfügen nachweislich über ein besseres Wasseraufnahme- und Wasserhaltungsvermögen, nutzen bzw. speichern das zugeführte Wasser also viel besser!

4)Kosten durch verlust der Artenvielfalt

4)Kosten durch verlust der Artenvielfalt

Das Artensterben führt auf verschiedenen Wegen zu höheren Kosten – denken Sie beispielweise an das Bienensterben. Der breite Einsatz chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel in der konventionellen Landwirtschaft sowie deren Rückstände bewirken den Rückgang und den vollständigen Verlust von Pflanzen- und Tierarten. Nicht nur weniger bestäubende Insekten sind die Folge, sondern auch eine erhöhte Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Schädlingen (durch das Wegbleiben natürlicher Fressfeinde). Die Landschaft verliert an Wert für Mensch und Natur und verkommt zur reinen Produktionsstätte. 

Monetärer Nutzen entsteht dadurch, dass biologische Landwirtschaft die Artenvielfalt weniger stark antastet – dass ist bereits in der EU-Öko-Verordnung verankert. Diese enthält auch eine Vielzahl bindender Maßnahmen für den Schutz und Erhalt der Biodiversität auf den Anbauflächen. Nicht nur durch den Verzicht auf Kunstdünger und Insektizide leisten Bio-Bauern hier einen wichtigen Beitrag. Auch durch das Anpflanzen von Mischkulturen, Zwischenfrüchten, Gründünger, Hecken- und begrünten Randstreifen schaffen Öko-Landwirte Lebensraum, anstatt ihn zu nehmen. Ein echtes Kosten-Plus!

Die FAO hat für ihre Kostenkalkulation im Bereich Artenvielfalt hauptsächlich den Einsatz chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel zum abgewehrten Schaden in Verhältnis gesetzt. Die wahren Kosten konventioneller Landwirtschaft sind also noch viel höher.

5) Soziale Kosten

5) Soziale Kosten

Auch der Verlust an Lebensraum durch Erosion, Unfruchtbarwerden von landwirtschaftlichen Flächen oder durch Boden- und Wasserverschmutzung kann hohe, sehr reale Kosten verursachen. Ein weiterer, immer relevanter werdender Faktor sind soziale Konflikte. Durch nicht nachhaltige oder kurzfristig bzw. einseitig kostengünstige Landwirtschaft entstehen diese Konflikte um fruchtbare Böden und sauberes Wasser – denn dies sind die Rohstoffe, die lokale, regionale und teilweise überregionale Unruhen verursachen oder zumindest Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen.

Die Kostenanalyse der FAO ermittelt den Verlust von Lebensraum lediglich anhand der Wassererosion. Für Konflikte, die damit in Zusammenhang stehen, wir nur eine sehr allgemeine Ziffer berücksichtigt – eine Rückführung der Kosten auf einen spezifischen Erzeuger und ein spezifisches Produkt sind deshalb leider nicht möglich. Die Kosten für gerechte Löhne bzw. gesellschaftliche Kosten für Menschen, die nicht von ihrer Arbeit leben können, tauchen ebenfalls nicht in der FAO-Kalkulation auf. Auch nicht der Mehrwert einer lebenswerten Landschaft für unsere Gesellschaft.

 

6) Gesundheitskosten

6) Gesundheitskosten

Gesundheitskosten entstehen einerseits während der Lebensmittelproduktion, etwa wenn Landwirte, Arbeiter oder Anwohner giftigen Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln ausgesetzt werden. Andererseits geht es aber auch um die Folgekosten, die bei der Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten wie Unter- und Übergewicht entstehen. 

Schäden, die auf Verbraucherseite zum Beispiel durch Pestizidrückstände in den Lebensmitteln entstehen, berücksichtigt die FAO hingegen nicht in ihrer Kostenanalyse.

Bio-Bauern erwirtschaften hier hingegen ein Plus, da sie auf den Einsatz gesundheitsschädlicher, chemischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichten – also nicht nur die Produkte, sondern auch die Umgebung keinen Belastungen ausgesetzt ist. Andere Vorteile für Verbraucher und Gesellschaft, wie Krankheitsprävention und proaktive Gesundheitsvorsorge durch Biolebensmittel sind wiederum nicht in der FAO-Kalkulation wiederzufinden. 

 

Ein anderes Video über dasselbe Thema:

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