Chris van Sterre

Ekodorp

"Hallo, mein Name ist Chris van der Sterre und ich baue Bio-Rosenkohl für Nature & More an. Mein Bio-Hof ‚Ekodorp' liegt in Bleiswijk, Südholland, und ich bewirtschafte ihn gemeinsam mit meiner Frau Nel. Auf unseren heutigen Anbauflächen wurde einst Torf gestochen, unweit davon befinden sich heute noch drei historische Poldermühlen, die früher als „Wasserpumpen“ beim Entwässern und Trockenlegen des Gebietes halfen. Auf dem Kleiboden, der sich unterhalb der abgetragenen Torfschicht befand, bauen wir heute Gemüse an – neben Rosenkohl auch einige andere Feldfrüchte an wie Saatkartoffeln und Zwiebeln. Darüber hinaus kümmern wir uns auch noch um eine Gruppe von 10 eigenen und Gast-Pferden.

 

Bereits seit 35 Jahren baue ich Rosenkohl an, 1978 habe ich im Alter von 18 Jahren damit begonnen. Als Sohn eines Landwirts war das eine gute Möglichkeit für mich, neben der Ausbildung noch etwas dazu zu verdienen. 35 Jahre lang habe ich konventionell gearbeitet, einfach aus dem Grund, weil ich es so gewohnt war und Landwirtschaft nicht anders kannte. 2014 dann wollte ich einen Strich unter mein Dasein als Landwirt ziehen, denn ich hatte irgendwie genug davon. In dieser selbst auferlegten Pause dachte ich intensiv über die Möglichkeit nach, meinen Betrieb biologisch weiterzuführen. Die Landwirtschaft nach Bio-Richtlinien ist natürlich in vielerlei Hinsicht schwieriger als die konventionelle Landwirtschaft – eine Herausforderung, der ich mich gerne stellen wollte! Also hat mir ein befreundeter Biobauer ein Stück Land zur Verfügung gestellt – auf 6 Hektar baue ich 2015 zum ersten Mal Bio-Rosenkohl an!

Den größten Unterschied sehe ich im Umgang mit Schädlingsbefall. Im konventionellen Anbau ist es normal, zehnmal im Jahr Insektenbekämpfungsmittel zu spritzen – jedes Mal 3 verschiedene Insektizide. Im Bio-Anbau, der jeden Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verbietet, ist man auf biologische Alternativen wie Schlupfwespen angewiesen. Sie und einige andere nützliche Helfer sind die natürlichen Fressfeinde von Schadinsekten. Ich gehe regelmäßig auf meine Felder und schaue mir die Artenvielfalt in und auf dem Boden an. Heute zum Beispiel habe ich die Larven der Schwebfliegen beobachtet – die sind sehr nützlich, weil sie Kohlläuse fressen. So etwas hätte ich früher weder gewusst noch gesehen. In diesem Sinne hat der Bio-Landbau also eine ganz neue Welt für mich geöffnet. Deshalb denke ich jetzt auch darüber nach, andere Gemüse ebenfalls biologisch anzubauen.

Normalerweise hat man als beginnender Bio-Bauer eine Übergangsperiode – du nicht?
Wenn man konventionell bewirtschaftetes Land auf Bio-Anbau umstellen will, hat man eine Übergangsperiode von 2 Jahren, das stimmt. Ich aber habe meine Anbauflächen von einem befreundeten Biobauer übernommen, der dieses Stück seit über 10 Jahren zur Heugewinnung für seine Kühe nutzt. Diese Flächen gelten also bereits offiziell als „Bio“, also konnte ich sofort und ohne Übergangsfrist mit dem Anbau von Bio-Gemüse beginnen. Besonders toll daran ist auch, dass ich mit einem guten, ausgeruhten und fruchtbaren Boden arbeiten kann!

Woran genau merkst du, dass es sich bei diesem Bio-Boden um guten Boden handelt? 
Der Erdboden ist voller Ringelwürmer: neben Regenwürmern auch solche Arten, die viel tiefer und vertikal graben. Das sorgt dafür, dass das Wasser gut abfließen kann. Im September hat es hier viel geregnet, und ich sehen einen deutlichen Unterschied zwischen dem Bio-Feld und den konventionell bewirtschafteten Kartoffelfeldern – dort entstanden nämlich viele nasse Stellen und Pfützen nach dem Regen, und davon faulen die Kartoffeln. Bei den Kohlpflanzen ist es nicht anders: wenn sie im Nassen stehen, stirbt innerhalb kurzer Zeit gut die Hälfte aller Pflanzenwurzeln ab. Dank der Ringelwürmer ist aber für eine gute Drainage gesorgt, das bringt gutes und schnelles Pflanzenwachstum!

Hast du als frischgebackener Bio-Landwirt Ärger mit Schädlingsbefall?
Ja, das lässt sich wohl nicht vermeiden. Normalerweise bereitet die Kohlmotte den meisten Schaden, doch davon bin ich bisher relativ verschont geblieben – scheinbar hat sie auf den Bio-Anbauflächen zu viele natürliche Fressfeinde. Bereits jetzt beobachte ich, wie sich das natürliche Gleichgewicht nützlicher und schädlicher Insekten ganz von selbst ausgleicht: nimmt die Blattlauspopulation zu, steigt auch die Zahl ihrer natürlichen Feinde, der Schwebfliegen, an. Zum ersten Mal sehe ich auch Rebhühner auf meinen Feldern, daraus schließe ich, dass auch sie hier nun mehr zu Picken und zu Fressen finden. Die Rebhühner beseitigen auch Schnecken, das machen Fasane auch. Nur leider schmeckt den Fasanen auch der Rosenkohl, scheinbar mögen sie ihre Insekten mit Gemüsebeilage.

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