Warum ist von den „wahren Kosten“ und nicht vom „wahren Preis“ die Rede?

Der „wahre Preis“ für unsere Nahrungsmittel wäre ein Preis, der alle Kosten im Produktionsprozess abdeckt, einschließlich der versteckten Kosten und einer kleinen Profitmarge im Sinne der ökonomischen Nachhaltigkeit. Da wir aber nicht alle versteckten Kosten kennen, ist es schwierig, einen „wahren Preis“ zu kalkulieren – besonders dann, wenn nicht alle Schritte in der Produktionskette finanziell transparent sind. Außerdem funktioniert die Preisgestaltung auf dem Markt für Lebensmittel nicht so: Preise werden nicht nur durch Kosten, sondern auch durch Angebot und Nachfrage festgelegt. Wenn wir einen „wahren Preis“ kalkulieren würden, indem wir versteckte Kosten auf den Marktpreis schlagen, gäbe es keine direkte Verbindung zwischen Produktionskosten und „wahrem Preis“. Tatsächlich könnte der sich ergebende Preis immer noch unter den Produktionskosten liegen, falls es ein großes Überangebot gibt. Das kann man nicht wirklich einen „wahren Preis“ nennen. Darüber hinaus funktioniert der Markt für Bio-Produkte unabhängig von konventionellen Produkten. Der Unterschied zwischen bio und konventionell beim „wahren Preis“ würde daher nicht die wahren Kosten zeigen, selbst wenn der Zeitpunkt der gleiche wäre. Unser Ziel ist, Verbrauchern den Unterschied zwischen Bio- und konventionellen Produkten im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit aufzuzeigen, und das tun wir, indem wir die versteckten Kosten sichtbar machen. Wenn wir aber nach den „wahren Preisen“ im Gegensatz zu den wahren Kosten gefragt werden, würden wir vorschlagen, eine direkte Verknüpfung zwischen Produktionskosten und Ladenpreisen herzustellen – was im Moment leider nicht der Fall ist.

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