In der Nachhaltigkeitsblume sind einige Kategorien mit „Berechnungen folgen“ markiert. Was hat das zu bedeuten?

Wir haben bisher keine Zahlen für Biodiversität sowie keine sozialen Kosten geliefert, da das Modell der FAO hierfür noch keine passenden Tools anbietet. Dies ist zum Teil auf das Ziel der FAO zurückzuführen, die wahren Kosten der globalen Verschwendung von Nahrungsmitteln, nicht aber die der Nahrungsmittelproduktion zu kalkulieren. Dies führte zu einem ganz anderen Blickwinkel.

Biodiversität

Was Biodiversität angeht, betrachtet das Modell der FAO bisher nur die Auswirkungen von Pestizideinsatz und der Auswaschung von Kalium und Stickstoff. Das Modell gibt hier ebenfalls nur einen festen Betrag pro Hektar vor, der einen globalen Durchschnitt darstellt – unabhängig von Getreideart und Bewirtschaftungsmethode. Auch hier gibt es keine Möglichkeit, entsprechende Unterscheidungen zu treffen. Das Modell berücksichtigt auch nicht die Vorteile oder Kosten unterschiedlicher Techniken der landwirtschaftlichen Betriebsführung wie etwa Landschaftspflege, Blüh- und Grünflächen, naturbelassene Bereiche auf dem Betriebsgelände, Einsatz von Fruchtfolgen, biologische Vielfalt in der Landwirtschaft, natürliche Unkrautbekämpfung, pfluglose Bodenbearbeitung etc.

Soziale Kosten

Was soziale Kosten angeht, berücksichtigt das FAO-Modell bislang lediglich die Auswirkungen von Bodenerosion. Es kümmert sich nicht um die Folgen der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Standards von Produzenten und Unternehmen, etwa der Umgang mit Mitarbeitern, Frauen und Mitarbeitern sowie vorhandenen Bildungsprogrammen etc. Die  Folgen der Zerstörung von Landschaft (oder deren Schutz) werden abgesehen vom Thema Bodenerosion ebenfalls nicht berücksichtigt.

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